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Salzachbrücke

Naturböden für ein sinnliches (Er)-Leben

„Viele unserer Kunden achten auf Nachhaltigkeit“, berichtet Inge Herzberger von der Firma Norbert Wallner, Tapezierer und Raumausstatter in Oberndorf, „und sie legen Wert auf raumklimatische Eigenschaften von Naturprodukten.“ Da Wohnen bekanntlich am Boden beginnt, wirken sich die eingesetzten Materialien auf den ganzen Raum und auf die Bewohner aus. Das bedeutet, dass dem Boden die entsprechende Aufmerksamkeit zukommen sollte. Auf Natur stehen – so lautet für viele die Devise. Und Fußbodenheizung? Keine Sorge, die meisten Naturböden sind dafür geeignet. Foto: Fairholz

DIE FAVORITEN: HEIMISCHE HÖLZER Der größte Anteil der Naturböden besteht aus Holz – bevorzugt aus heimischen Hölzern, schließlich wachsen in unseren Breiten die Bäume in den Himmel. Teilweise lassen sich die Spuren der Dielen und Bretter und Parkette fast bis zur Wurzel verfolgen, vor allem wenn es sich um Hölzer der Region, etwa wintergeschlägertes Hartholz handelt. Und wer tropische Optik möchte, erhält hiesige Hölzer eingefärbt in allen gewünschten Nuancen, ohne dass global weite Transportwege oder gar brutale Schlägerungen in Regenwäldern anfallen.

HOLZBODEN FÜR BAD UND DUSCHTASSE Holzböden sind kein Einheitsbrei! Im Gegenteil, sie sind pure Vielfalt, die „Natur ist der Designer“. Für natürlich behandelte Holzböden gelten Stichwörter wie: pflegeleicht, unempfindlich, strapazierfähig und einzigartig. Mit unbedenklichem Naturöl eingelassen, bleiben die Poren des Holzes offen, es wirkt warm, ist antiallergisch und antistatisch – ein Gewinn für das Raumklima. Nuss und Eiche sind die Renner, wie Inge Herzberger aus Erfahrung weiß, am liebsten in neuen Optiken. Ganz allgemein fallen aparte Oberflächenstrukturen auf: Rustikal gebürstet, wellig-haptische Oberflächen, die zum Barfußgehen einladen (welch sinnliches Erlebnis!), unebene Dielen mit sichtbaren Verwitterungen und Verwerfungen, Wasserflecken, Trocknungsrissen – wenn Patina erwünscht ist, lässt sich besonders klar erkennen, dass Holz ein lebendes Produkt ist und „kreative Fehler“ der Natur zu Design-Highlights werden können. Durch entsprechend sanfte Trocknungsverfahren werden die Hölzer schon im Vorfeld der Produktion an das künftige Raumklima gewöhnt, sodass es sich dann im verlegten Zustand „ruhiger“ verhält und weniger „arbeitet“. Ein echter Blickfang: Wellig geschliffene Böden für Nassräume – Thermobehandlung und Gummiarmierung macht Parkett selbst für die Duschtasse tauglich.

KORK: NATÜRLICH ISOLIEREND Auch das kann nur die Natur: Korkböden verfügen über natürliche Dämmeigenschaften und helfen Heizungskosten sparen, sie sind strapazierfähig, fühlen sich stets warm an (kein Kälteschock, wenn man aus dem warmen Bett steigt) und sorgen auch ohne Teppich für warme Füße. Korkböden sind elastisch, schritt- und schalldämpfend und Gelenke schonend, was diesen Naturböden den Beinamen „Gesundheitsböden“ beschert. Korkböden sind Wasser abweisend, sie nehmen keinen Staub auf, Milben fühlen sich gar nicht wohl, Allergiker können aufatmen. Korkböden sind antistatisch und robust. Sie gelten als die idealen Schlaf- und Kinderzimmerböden. Sofern sie – wichtig! – ohne Formaldehydharze hergestellt wurden, sind Korkböden ökologisch einwandfrei, also Böden fürs gute Gewissen.

BEWÄHRT UND WIEDERENTDECKT: LINOLEUM Ein überaus zeitgemäßes Produkt ist das Linoleum, das schon vor mehr als 150 Jahren erfunden wurde und eben dabei ist, seinen „Uroma-Touch“ abzulegen und auch für jüngere Konsumenten interessant zu werden. Der Aufbau von Linoleum lässt aufhorchen: Juterücken als Trägermaterial, Kork- und Holzmehl und obendrein Leinöl werden mit Naturharzen verbunden und die Oberfläche kann zusätzlich mit Naturharzen versiegelt werden – eine Kombination, die eine ganze Palette von Vorteilen in sich trägt, von Dämmung bis zur Dämpfung. Natürlich gibt es Linoleum jetzt in ganz neuen Farben und Dessins. Durch den natürlichen Leinölanteil ist Linoleum antistatisch, leicht fungizid und hemmt das Bakterienwachstum. Somit hält es auch erhöhten Hygieneanforderungen stand. Foto: Admonter

NATURFASERN: DER AUSGLEICH FÜRS RAUMKLIMA Inge Herzberger verweist auf die großartigen Eigenschaften von Schafwolle, ob als gewebter Teppich oder als Spannteppich-Auslegeware: „Schafwolle nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie bei trockener Luft wieder ab,“ was neben wärmenden Eigenschaften auch zu einem ausgeglichenen Raumklima beiträgt. Teppiche, natürliche Teppichfliesen und Spannteppiche aus nachwachsenden Rohstoffen zu fertigen, schlägt sich in ganzen Produktserien nieder: Sisal und Kokos, neue Mais- und Bambusfaserteppiche, neben Schafwolle auch edles Ziegenhaar oder wertvolle Seide. Zwar nicht ökologisch, aber doch nachhaltig: „In neuen Katalogen befinden sich auch Teppiche aus recycleten Petflaschen – immerhin eine Alternative“, schmunzelt Inge Herzberger. Es gibt viele Varianten, neuen Boden zu betreten – auch mit dem exquisiten Randthema der Lederböden.

Sylvia Nachtmann

 
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