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Salzachbrücke

Wir bauen eine Gartenhütte!

Soll die geplante Gartenhütte mehr einer „Hütte“ gleichen oder doch eher ein g’standenes Gartenhaus werden, ein Häuschen oder ein Geräteschuppen? Ein winterfestes Rundstammblockhaus mit Isolierfenstern, eine rustikale Gartensauna oder ein Carport, eine romantische Laube oder lieber ein chinesisches Teehaus? Oder eine gut gedämmte Hundehütte? Ein Schlechtwetter-Spielhaus für die Kleinen?

PRAKTISCH SOLL ES SEIN
Wir denken an etwas Praktisches. Möglich wäre diese Variante: Man soll sich drinnen wohl fühlen, gemütlich und hell muss es sein. Irgendwo sollte Platz für Papas Werkzeug und ein paar Gartenutensilien sein, die Kinder dürfen hier auch spielen, also Regale für Spieleschachteln und Kinderschätze. Fernsehen? Internet? Plan- und machbar. Aber: man kann nicht alles gleichzeitig haben.
Soll das Gartenhäuschen einfach nur praktisch und solide sein, ein funktioneller Geräteschuppen?
Wollen und können wir das Gartenhaus selbst bauen? Wir wälzen Kataloge, besuchen Baumärkte und Ausstellungen von ­vorgefertigten Schrebergartenhütten, wo es auch komplette Bausets mitsamt „Bastel“-Anleitung gibt. Bald wird klar, dass große Qualitäts- und Preisunterschiede zu beachten sind.

WICHTIGE VORÜBERLEGUNGEN
Einige Grundlagen sind unumgänglich, ob man ein Haus selbst zusammenzimmert, nach Anleitung oder Eigenplan oder von Handwerkern hinstellen lässt.
1. Wo innerhalb des Gartens ist der optimale Platz für das Häuschen? Ist er rechtlich erlaubt?
2. Der stabile Untergrund.
3. Abgesehen vom Wandaufbau gleich ans Dach denken, es ist fast so wichtig wie das Fundament!

DER OPTIMALE PLATZ
Der beste Platz für die Hütte verlangt eine gute Erreichbarkeit, dabei soll der Garten in seiner Funktion nicht wesentlich verkleinert werden. Oft wird der Bau nahe an Nachbars Zaun geplant, was aber mit ihm abgesprochen werden sollte. Wichtig ist die Klärung der Rechtsfragen beim Aufstellen einer Hütte. Einzelne Gemeinden und / oder Länder haben unterschiedliche Richtlinien für das Aufstellen einer Gartenhütte, der Bau kann auch genehmigungsfrei sein. Genaueres und vor allem Verbindliches erfährt man vom Bauamt. Dann ist man auf der sicheren Seite, man vermeidet Ärger mit der Behörde und kann die weiteren Planungen angehen.

TIPPS VOM EXPERTEN
Ein erfahrener und begeisterter Garten- und Gartenhütten-Insider gibt der SALZACHbrücke wertvolle Tipps:
„Ganz wichtig: der stabile Untergrund. Dafür am besten Erde ausheben, mit Kies auffüllen, selbigen verdichten (einen „Stampfer“ kann man ausleihen), darüber eine 15 cm Betonschicht mit Eisengeflecht (lässt man eventuell von Fachleuten machen). Wer die Kosten scheut, sollte zumindest auf dem vorbereiteten Kiesbett Gartenplatten aus Beton verlegen. Wer auch diese Kosten scheut, begnügt sich mit einem Kiesbett, das so tief ist, dass der Frost nichts anstellen kann.
Das Zweitwichtigste ist das Dach: Es sollte zumindest mit Holzbrettern und anschließend Dachpappe belegt werden. Besser, aber auch teurer sind Platten, am teuersten Dachziegel. In höheren Lagen sollte auch eine stärkere Dachschräge eingeplant werden, um übergroße Schneelasten zu vermeiden.
Meist werden fertige, aber unmontierte Gartenhäuser gekauft. Man kann es dann selber mit etwas Geschick aufbauen (Anleitung ist natürlich dabei) oder sich von Handwerkern aufstellen lassen.
Wer alles selber bauen will, findet auch im Internet Baupläne und Anleitungen.“

GARTENHÜTTE: WAS SOLL REIN?
Soweit einige praktische Ratschläge zum Bau einer haltbaren Hütte. Doch der Gartenfreund und -perfektionist gerät durch die Anfrage der SALZACHbrücke regelrecht in Fahrt und liefert, zusätzlich zu den Bautipps, auch noch eine Auflistung all der notwendigen und zu bedenkenden Gartengeräte, die wir den Lesern nicht vorenthalten wollen – auch dies dient der Planung einer funktionellen Gartenhütte, besonders was die Größe betrifft:
„Jeder Gartenbesitzer wird eine Standardausrüstung an Gartenwerkzeugen besitzen oder sich als Gartenneuling anlegen.
Zum absoluten Ausrüstungsminimum zählen Spaten und Gabel, ein Rechen aus Metall, ein verstellbarer Laubbesen aus Metall, eine große Schaufel und eine kleine Handschaufel, eine große Säge (am besten eine Bügelsäge oder Schwedensäge) und eine kleine Astsäge, eine kleine und eine große Astschere, eine Spitzhacke, ein großer und ein kleiner Besen, aber auch ein Schneeräumer.
All diese Werkzeuge können an praktischen Wandhalterungen aufgehängt werden, die es zu kaufen gibt. Hier kann man auch Kleinutensilien anbringen wie Grasschere, Sichel und Blumenbast oder
-draht. Hin und wieder benötigt man auch ein kleines und ein großes Beil, um kaputte Bäume oder Sträucher ,klein zu bekommen’. Nicht vergessen darf man Körbe und Kübel für allerlei Tätigkeiten. Den Apfelpflücker, die Stangen für Blumen, Tomaten, Beerensträucher wird man sicherlich problemlos unterbringen können.“

VOLUMINÖSE GERÄTE
„Bei der Planung der Hüttengröße muss man aber hauptsächlich die voluminösen Geräte berücksichtigen: Der Schubkarren ist ein Muss für jeden Gartenfreund und sollte auch geschützt in der Hütte aufgestellt werden. Ein Rasenmäher benötigt viel Platz, die meisten Gartenbesitzer lagern Werkzeug, Öl, Benzin oder Stromkabel für den Mäher in der Gartenhütte, ein Regal oder ein schmaler Hochschrank leisten dafür gute Dienste. In diesen Schrank kann man dann auch Dünger, Baumwachs, Insektizide etc., aber auch Pantoffeln oder Stiefel aus Gummi und die unverzichtbaren Gartenhandschuhe unterbringen.
Gartenbesitzer in feuchten Gegenden werden regelmäßig den Rasen vertikutieren, um die Moosmenge zu verringern und um den Rasen zu belüften; natürlich muss auch für dieses Gerät der Platz reichen.
Wer seine Rasenkanten sorgsam mit einem Kantenschneider bearbeiten will, wird eine entsprechende Stelle in der Hütte freihalten.
Wohin mit dem Grill? Selbstverständlich muss auch er mit dem Grillbesteck in der Hütte seinen Raum finden. Auch eine zerlegbare Leiter oder Staffelei kann man in der Hütte lagern. Hier bietet sich eine Platz sparende Deckenaufhängung an.
Im Winter wird man die empfindlichen Gartenmöbel inklusive Gartenschirm, Blumenkübel, Wasserschlauch (entleert), Rasensprenger und Gießkanne einlagern. Wenn dann noch alle Fahrräder der Familie untergestellt werden sollen, wird der Platz schnell zu klein.
Sehr praktisch ist eine kleine Ablage oder ein schmaler Tisch, wo man auch schnell eine einfache Reparatur durchführt.
Zum Aufräumen der Hütte oder zum Arbeiten in der Hütte gehören natürlich gute Lichtverhältnisse: Ein Fenster und ein elektrisches Licht gehören zum Standard. Daher muss man schon bei der Hüttenplanung die Verlegung eines Erdkabels berücksichtigen. Eine Steckdose für mannigfaltige Tätigkeiten in der Hütte wird ein Elektriker schnell anbringen können.
Da die Gartenwerkzeuge möglichst lebenslang halten sollen, empfehlen sich Spaten und Gabel aus Edelstahl.“

GUTE PLANUNG VON ANFANG AN
„Nicht nur, wenn man längere Zeit verreist, ist es sinnvoll, die Hütte abzusperren, da im Laufe der Jahre eine Reihe von wertvollen Geräten angeschafft wurde, die auch für andere verlockend sein könnten.“
Nun, was wollen wir bauen? Hütte, Häuschen für Groß und Klein, gemütlich oder doch den durchdachten praktischen Geräteschuppen? Eines ist sicher: Weder Häuserl noch Hütte lassen sich aus dem Ärmel schütteln, gute Planung ist unumgänglich notwendig.
 
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