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Salzachbrücke

Zwischen Oichten und Salzach

Stahlpark und Benediktinerstift, Industriestandort und Bauerndorf, pulsierende Verkehrsader und Naturschutzgebiet – der Landstrich zwischen St. Pantaleon/St. Georgen und Michaelbeuern ist gleichermaßen reizvoll wie abwechslungsreich.

 

Mag. Thomas Haas

Beinahe jedes Gemeindegebiet umfasst hier die komplette Bandbreite vom rastlosen Wirtschafts- und Verkehrstreiben über idyllische Siedlungsgebiete bis hin zu Oasen der Ruhe und geradezu hemmungslosen Naturlandschaften. Hier am nördlichen Rand Salzburgs leben gewachsene landwirtschaftlich geprägte Dorfgemeinschaften neben bunt zusammengewürfelten Arbeitersiedlungen, beide jeweils durchwachsen von einer Vielzahl Zugereister. Die Koexistenz der Bevölkerungsgruppen basiert auf neugieriger Distanz gegenüber den bäuerlich wie auch den ursprünglich proletarisch geprägten Gesellschaftsstrukturen und -mechanismen einerseits sowie andererseits auf vorsichtiger Reserviertheit allem Neuen und möglicher Veränderung gegenüber.

Diese schier unauflöslichen Spannungsfelder auf zwischenmenschlicher Ebene brachten ein beachtliches Maß an Unternehmergeist, Kreativität und sozialem Engagement hervor. So wenig, wie das soziale Gefüge aus einem Guss ist, lässt sich auch das äußere Erscheinungsbild dieses Landstriches mit einheitlichen Merkmalen charakterisieren. Wenn etwa unweit der alten Industrieanlagen Trimmelkams – von vielen Seiten sichtbar – mehr als hundert alte Obstbäume einen Bauernhof säumen, so ist dies bei weitem kein übliches Bild mehr in der Region.

Dass aber schon die Eltern des heutigen Mostbauern z’Stockham in St. Pantaleon begonnen hatten, ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse in Form einer Ausschank unmittelbar – ab Hof sozusagen – unter die Leute zu bringen, zeigt eines der vielen Gesichter des zuvor angesprochenen Pioniergeistes. Heute werden neben dem Most auch fast alle anderen Köstlichkeiten für den beliebten Schankbetrieb am Hof hergestellt.

Hier am nordwestlichen Rand dieser Region fügen sich wilde Auen, Kraftwerks- und Industriegelände sowie Wohngebiete wie selbstverständlich aneinander. Durch den sukzessiven Abbau historisch wichtiger Arbeitsplätze im Bergbau und Kraftwerksbetrieb verloren auch die ursprünglichen Arbeitersiedlungen der Umgebung ihren ursprünglichen Charakter. Heute blüht dort vielerorts der Wohnbau, weil viele Menschen die ruhige Lage abseits der Ballungszentren und Verkehrsströme zu schätzen wissen.

Ob das neue Heim dann eine Bauern- oder Bürgerstube bekommen soll, oder ob völlig neuartiges Design gefragt ist: Wer sich an die Tischlerei Spatzenegger in St. Georgen wendet, darf jedenfalls mit Handarbeit, Qualität und ausgefeilter Funktionalität rechnen. Gesamtlösungen für ganze Räume inklusive Lichtdesign werden in Abstimmung mit den Kunden geplant, gefertigt und an Ort und Stelle eingebaut. Hier wird noch jedes Stück selbst gefertigt, von der Haustüre bis zur Holz-Stuckdecke – und das in guter, alter Tischlerqualität mit selbstbewusstem Anspruch auf Haltbarkeit.

Stilbewusstes Wohnen verlangt aber auch nach durchdachten Farbkonzepten. Seit bald 50 Jahren steht der Name Sauer in der Region für die Farbgestaltung von Fassaden und Innenräumen. Dass die perfekte Kombination von Material, Design und solider Handwerksarbeit im Ergebnis für den Kunden stimmig ist, darauf kommt es Hans Sauer aus Bürmoos mit seinem kreativen Team an.

Die vielen Facetten des Wohnens spiegelt generell eine breit aufgestellte regionale Handwerksstruktur wider, wie etwa die Firma Rosenstatter in St. Pantaleon für Fliesen und Installationen oder die Treppenwerkstatt Gugerbauer in Obereching für Holzstiegen nach Maß. St. Georgen ist in den vergangenen Jahren auf verschiedenen Ebenen bei aller für diese Gemeinde typischen Beständigkeit gehörig in Bewegung geraten. Nach der Tankstelle mit Nahversorgungsfunktion, dem Erfolgsmodell St. Georgen Mobil und manch anderen Initiativen konnten mit dem Bildungs- und Veranstaltungszentrum in Obereching und – gemeinsam mit der Nachbargemeinde Bürmoos – dem Dienstleistungszentrum Stierlingwald zuletzt zwei Großprojekte abgeschlossen werden, die hier ausführlicher vorgestellt werden. Und wieder hat sich gezeigt, dass es sich vor Ort – oder doch zumindest in der Region – aus dem Vollen schöpfen lässt, was namhafte und leistungsstarke Handwerksbetriebe betrifft.

 

Das neue Bildungs- und Veranstaltungszentrum
St. Georgen in Obereching

Gerade einmal zwei Jahre ist es her, dass die Bagger auffuhren, um die alte Turnhalle der Volksschule von St. Georgen Ober-eching dem Erdboden gleich zu machen. Heute erstreckt sich an dieser Stelle ein mehrgliedriger Gebäudekomplex aus saniertem Altbestand samt Zu- und Neubauten, der sich wie selbstverständlich in die natürlich vorgegebene Geländekante nordwestlich der Oberechinger Kirche einfügt.

Raumprobleme im Kindergarten, ein zeitgemäßes Raumkonzept für die Volksschule und zahlreiche andere Nutzungsinteressen von der Musik über den Sport bis hin zur kulturinteressierten Gemeindebevölkerung mündeten nach Jahren konstruktiver Konzeptarbeit und unermüdlicher Finanzierungsbemühungen 2012 in die Projektierung und Planung eines neuen Bildungszentrums im und um den Altbestand von Volksschule und Kindergarten.

Trotz der durch die neun Meter hohe Geländekante gegebenen besonderen Herausforderung und unerwarteter geologischer Komplikationen konnten Architektenwettbewerb sowie Bauplanungs- und -genehmigungsphase Anfang 2014 bereits zwei Jahre nach der Projektvergabe mit der behördlichen Bewilligung für das gesamte Bauvorhaben abgeschlossen werden. Das Siegerprojekt des Bürmooser Architekten Reinhard Mack nahm dem erdrückenden Eindruck eines gewaltigen Mehrzweckgebäudes die Bedrohlichkeit durch die optische wie auch bauliche Aufgliederung des Projektes nach funktionalen Gesichtspunkten in ein letztlich doch wieder recht kompaktes Ensemble.

Für Projektleitung und Baumanagement hatte die Gemeinde
St. Georgen mit der SABAG einer gleichsam institutionalisierten Erfahrung mit Großprojekten in Salzburg das Ruder übergeben. Diese holte zur Baudurchführung denn auch durchwegs bewährte und in der Region verwurzelte Unternehmen an Bord und sorgte von Anfang an für optimale Kooperation zwischen Planung, Projektleitung und ausführenden Firmen. Transparenz und laufende Einbindung der Gemeinde als Bauherrschaft, der zuständigen Behörden und der bisherigen wie auch zukünftigen Nutzer gewährleisteten einen reibungslosen Baufortschritt und ein vertretbares Maß an Beeinträchtigung für den laufenden Schul- und Kindergartenbetrieb.

Für rund sieben Millionen Euro kamen zusätzlich zu den bestehenden knapp 1.500 m2 verbauter Fläche weitere gut 1.800 m2 (entspricht etwa 20 Einfamilienhäusern!) samt Außenanlagen neu hinzu; weiters wurde die Volksschule innen komplett saniert und baulich adaptiert, der Kindergarten erweitert und neu gestaltet, eine neue, veranstaltungstaugliche Turnhalle, ein Musikheim mit Proberaum sowie ein zusätzlicher Aufenthaltsbereich für Nachmittagsbetreuung und Mittagstisch errichtet und jeweils nach den aktuellen Standards ausgestattet.

Das neue Bildungs- und Veranstaltungszentrum St. Georgen bietet nicht bloß der Musik und vielen Vereinen hochmoderne Räume in einem durchdachten Gesamtkonzept. Der örtlichen Bevölkerung kommt die neue Unterbringung der öffentlichen Bibliothek im Volksschulgebäude zugute. Und schließlich bedeutete die Übernahme der neuen bzw. neu adaptierten Räumlichkeiten im vergangenen Herbst auch für die Kinder und Pädagoginnen in Kindergarten und Schule einen Aufbruch in neue Erlebnis- und Lernwelten.

„Erlangung und Bewahrung des seelischen Gleichgewichtes im eigenen Leben“ soll die Bronzefigur eines balancierenden Mädchens aus der Hand des Genius Loci, Christof Paulowitz, darstellen. Was den äußeren Rahmen angeht, schafft dieses Vorzeigeprojekt der Gemeinde St. Georgen schon mal die besten Voraussetzungen dafür!

 

BAUEN IN DER REGION

Wenn es zwischen Braunau und Salzburg ums Bauen geht, trifft man immer wieder auf die gelben „Einsatz“-Fahrzeuge aus dem Fuhrpark von Baumeister Duswald in Lamprechtshausen. Seit 60 Jahren baut der Familienbetrieb in der Region, im angrenzenden Bayern und darüber hinaus erfolgreich seinen Ruf als zuverlässiger Partner bei Bauvorhaben jeder Art aus. In dritter Generation stehen Baumeister Christoph Duswald mit dem neuen Partner Baumeister Patrick von Sobbe für Beständigkeit, aber auch für die Wahrnehmung aktueller Entwicklungen. Bundes- und Landessiege bei Lehrlingswettbewerben zeugen vom hohen Standard bei diesem Nahversorger für solides Bauen.

Auch die Zimmerei Baumann ist aus der Reihe regionaler „Baufirmen“ kaum wegzudenken. Mit dem Rohstoff Holz aus den Wäldern rund um uns ist man hier auf Du und Du; die Leidenschaft für diesen natürlichen Werkstoff lässt Baumann in Radgaragen wie Dachstühle einfließen. Kreativität für passende Konzepte und verlässliche Mitarbeiter für die qualitätsvolle Umsetzung lassen Kundenwünsche Gestalt annehmen. Know-how und Material aus der Region kommen vorwiegend im näheren Umfeld zum Einsatz; kein Wunder aber, das die Qualitätsarbeit der Zimmerei Baumann auch immer wieder von weiter her nachgefragt wird.

Mit Bürmoos steht St. Georgen schon seit langem in sehr flüssigem Austausch: Trinkwasserbrunnen auf dem Gemeindegebiet von St. Georgen waren über viele Jahre die einzige Wasserversorgung der Industriegemeinde. Umgekehrt fließen unter anderem aus Bürmoos reichlich Abwässer zur St. Georgener Kläranlage des Reinhalteverbandes Pladenbach, dem außer Dorfbeuern alle Gemeinden der hier vorgestellten Region angehören. Seit Kurzem verbindet die Nachbarn aber auch die Entsorgung fester Stoffe und darüber hinaus sogar ein gemeinsamer Bauhof im Dienstleistungszentrum Stierlingwald.

 

DIENSTLEISTUNGSZENTRUM STIERLINGWALD (DLZ)

Mit einem gemeinsamen Recyclinghof haben Oberndorf, Nußdorf und Göming schon vor Jahren gezeigt, dass interkommunale Zusammenarbeit über das Schlagwort hinaus auch sehr konkrete Gestalt annehmen kann. Die Gemeinden Bürmoos und St. Georgen sind nun einen deutlichen Schritt weiter gegangen. Als Vorreiter im Land Salzburg haben sie im Rahmen eines Gemeindeverbandes sowohl die Altstoff-Entsorgung als auch die Agenden der jeweiligen Bauhöfe zusammengelegt.

Standesamts- und Staatsbürgerschaftsangelegenheiten, Abwasserentsorgung, das Seniorenheim, die Trinkwasserversorgung und nun also zwei weitere große kommunale Aufgaben bestreitet Bürmoos knapp fünfzig Jahre nach dem Start als eigenständige Kommune gemeinsam mit anderen Gemeinden. Was im großen Rahmen der EU zuletzt wieder schwieriger wird, zeigen kleinere Einheiten als logischen Weg vor: Kirchturmpolitik und falsche Eitelkeiten einzelner Dorfkaiser gehören längst in die Mottenkiste der Vergangenheit.

Wenn es um die Entscheidung für effiziente, ressourcenschonende, sparsame und doch praktikable Lösungen geht, darf es auf mehr oder weniger willkürlich gezogene Grenzen von Verwaltungseinheiten letztlich nicht ankommen. Vor diesem Hintergrund begann im Jahr 2012 das gemeinsame Projekt „Dienstleistungszentrum Stierlingwald“ (DLZ) zwischen Bürmoos und St. Georgen Gestalt anzunehmen. Den Anstoß gab nicht zuletzt der teils dringende Erneuerungsbedarf bei den Recycling- und Bauhöfen der beiden Gemeinden.

Vom Spatenstich am 24. Juni 2015 an brauchte es nicht einmal elf Monate bis zur feierlichen Eröffnung des DLZ am vergangenen 14. Mai; ein deutliches Zeichen für die gründliche Planungsarbeit im Vorfeld und die professionelle Leistung der beteiligten Firmen.

Natürlich wandte sich der neu gegründete Gemeindeverband wegen der Bauausführung an bewährte Unternehmen vor Ort und aus der Region wie z. B. Baumeister Duswald und Zimmerei Baumann, Elektrotechnik Roider, Graf Tore und die Tischlerei Garnweidner.

Mit dem neuen Altstoff-Sammel-Zentrum (ASZ), einem Bauhof und der Verwaltung konnte eine bauliche Gesamtlösung gefunden werden, die einzelne Kommunen oft nicht zuwege bringen. Der proaktive Anreiz zum sortenreinen Sammeln von Abfällen in den Haushalten soll den logisch aufgebauten Entsorgungsablauf am ASZ unterstützen. Damit soll die ökologische und wirtschaftliche Effizienz des Recycelns gesteigert werden, was wiederum die Entsorgungskosten für die Gemeinden und dadurch auch für den Einzelnen senkt.

Im Bereich des Bauhofes haben Bürmoos und St. Georgen bereits seit dem vergangenen Winter zusammengearbeitet – offenbar ohne Probleme und im Gegenteil mit sehr positiven Erfahrungen. Alleine das Zusammenführen der unterschiedlichen Kenntnisse und Qualifikationen der beiden Außendienst-Mannschaften erspart nun bei einigen Arbeiten die Vergabe an externe Firmen. Wie der Bürmooser Bürgermeister Eder versichert, seien vom Wegfall dieser Aufträge nur Unternehmen betroffen, „die ihren Standort nicht in der Umgebung haben.“

Wenn hier auch „ein Beispiel der Zusammenarbeit und Kostensenkung verwirklicht“ wurde, um mit Bürgermeister Gangl aus St. Georgen zu sprechen, so handelte es sich selbst für zwei Gemeinden zusammen um einen finanziellen Kraftakt. Umso notwendiger und erfreulicher, dass das Land diese beispielgebende Initiative auch mit entsprechenden Fördermitteln unterstützt hat. Bleibt bloß noch, diesem grenzüberschreitenden Projekt eine gute Zukunft und möglichst breite Vorbildwirkung zu wünschen!

 

ARBEIT DURCH TECHNIK

Seit Jahrzehnten steht das Miele Werk Bürmoos für ebenso solide Produkte wie Arbeitsplätze. Ausgerechnet in den Krisenjahren 2008/2009 ist es gelungen, den Standort durch Ausbau und Erweiterung um eine völlig neue Produktschiene zu sichern. Mit der Entwicklung und Produktion vor allem von Großsterilisatoren und Containerwaschanlagen hat sich das hiesige Miele Werk als hoch professionelles Kompetenzzentrum in der Medizingerätetechnik positioniert. Für Mechatronik, Werkzeugbau oder Lean-Prozessgestaltung werden laufend neue MitarbeiterInnen in den Bereichen gesucht.“

Auch das Angebot der Firma Sigmatek in Lamprechtshausen ist nicht wirklich auf regionale Nahversorgung ausgerichtet. Durchgängige Automatisierungssysteme für die Energiewirtschaft, industrielle Produktion, Verpackung, Logistik oder Robotik werden für einen weltweiten Kundenkreis entwickelt und bis in die einzelnen Komponenten selbst hergestellt. 28 Jahre nach dem Produktionsstart in einem Lamprechtshausener Schlafzimmer ist das Zwei-Familienunternehmen längst im internationalen Spitzenfeld angekommen. Viele Mitarbeiter aus der Region finden hier ein kreatives, leistungsorientiertes und dabei sehr menschliches Arbeitsklima.

Leistung hat in der Region generell einen besonderen Stellenwert, konnten die Vorfahren ihren Hof oder Arbeitsplatz doch anders auch nicht erhalten. Ohne unermüdlichen Einsatz wäre so manches Häuschen nicht zu errichten gewesen und samt Garten auch kaum so schmuck in Schuss zu halten; vom fahrbaren Untersatz davor – oder deren zwei – erst gar nicht zu reden. Konzerte und Feste, Freizeiteinrichtungen wie der Bürmooser See und ein reges Vereinsleben zeugen aber auch vom Verlangen nach Freude, Freizeit und Genuss in dieser Leistungsgesellschaft.

 

SPIEL- UND EDELSTEINE

Alles für Spiel und Spaß, saisonale Freizeitartikel und den richtigen Lesestoff für den Urlaub hat der Familienbetrieb Jakob bereits seit Jahren in Lamprechtshausen, neuerdings auch in Laufen, im Angebot. Vor allem Eltern wissen um den Wert verständiger Beratung, wenn die eigenen Kinder eine Feier haben oder dazu eingeladen sind; egal ob im Fasching oder zu Halloween, ob ferngesteuertes Fahrzeug oder klassisches Spiel. Wer hat sich nicht schon mit den ungewissen Lieferzeiten der Paketdienste geärgert?! Beim Jakob liegt ein bestelltes Buch ab dem nächsten Tag zur Abholung bereit.

Für edle Steine und Mineralien nebst daraus kunstvoll gefertigten Schmuck gibt es seit 20 Jahren in der Region eine Adresse: die Mineralienstube in Bürmoos mit ihrem erlesenen Sortiment von Edelsteinen bis hin zu heimischen Fossilien oder Kraftsteinen alter Kulturen. Wer die Schönheit und Wirkung der Mineralien zu schätzen weiß, findet hier im persönlichen Gespräch zum richtigen Stein oder zum passenden Schmuckstück. Ob kleine Aufmerksamkeiten zwischendurch, stilvoll abgestimmter Hochzeitsschmuck oder eine Reparatur der gerissenen Lieblingskette – die Mineralienstube ist Nahversorger für Auge, Herz und Seele.

Lamprechtshausen ächzt unter der höchsten Verkehrsbelastung dieser Region, freut sich aber dank offensiver Standortpolitik über eine gute Wirtschaftskraft; Am Sonnenhang entstand zentrumsnah eine urban anmutende Satellitensiedlung und nicht weit entfernt bezaubert das Vogelschutzgebiet Weidmoos den Besucher. Die eingangs erwähnten Gegensätze sind hier besonders augenfällig. Allerdings ist auch die Infrastruktur im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Neben Banken, Geschäften, Post und Polizeiinspektion, hat sich um mehrere Arztpraxen ein eigenes Gesundheitszentrum etabliert.

 

HAUPTSACHE G‘SUND!

Bis vor acht Jahren bestritt die Apotheke Bürmoos alleine die Medikamentenversorgung in dieser Region. Seit vier Jahren neu übernommen, bemüht sich ein starkes Team um die besondere persönliche Note in der Kundenbetreuung. „Von Mensch zu Mensch“ lautet das Motto für Verkauf und Beratung, da es gerade bei gesundheitlichen und körperlichen Problemen immer um sehr sensible, höchstpersönliche Fragen geht. Deshalb sind auch viele zugewanderte MitbürgerInnen dankbar, dass sie in der Apotheke Bürmoos mit zwei Mitarbeiterinnen auch in Arabisch und Türkisch ihre Anliegen besprechen können.

Auch der hiesige Familienbetrieb für Optik und Hörgeräte Frewein begann vor 25 Jahren in Bürmoos, bereichert aber nach einer Übergangsphase mit zwei Filialen nunmehr das Gesundheitszentrum Lamprechtshausen. Fachkompetente Beratung und Betreuung mit modernster technischer Unterstützung bilden hier eine Grundlage für die Zufriedenheit der Kunden. Ob Hörgerät, Kontaktlinse oder Brille, die Funktionalität der medizinischen Hilfsmittel mit Passform und optischen Ansprüchen zu verbinden, rundet das Service rund ums bessere Hören und Sehen ab.

So wechselhaft die Eindrücke auch aufeinanderfolgen, wenn man das Gemeindegebiet von Lamprechtshausen passiert, so stabil ist doch die gewachsene landwirtschaftlich geprägte Gesellschaftsstruktur. Das Bevölkerungswachstum durch Zuzug ist zwar beachtlich und viele Initiativen im Sozial- und Bildungsbereich gehen von „Zuagroastn“ aus, aber wirkliche Veränderungen sind ohne das Zutun der einheimischen Bevölkerung undenkbar; was natürlich auch am mangelnden Interesse oder gar Gestaltungswillen der meisten Zugereisten liegt.

 

TRACHT ZIEHT AN

Irgendwie bezeichnend für die eben skizzierte Beständigkeit ist auch das Fehlen von Geschäften für modische Bekleidung. Umso erfrischender sticht dagegen Trachten Weindl in Lamprechtshausen heraus. Bereits in dritter Generation wird hier Trachtenkleidung samt den erforderlichen Accessoires vertrieben.

Auch die noch vergleichsweise junge Modelinie Strizi aus Dorfbeuern orientiert sich ganz bewusst an der Tracht. Mit einem hohen Wiedererkennungswert durch das akzentuiert eingesetzte Hirschgeweih-Logo und der eingängigen Marke „Strizi“ konnte der Begründer Bernhard Stadler sehr schnell eine Marktnische besetzen. Regionaler Einkauf und faire Produktionsbedingungen zeichnen dieses Unternehmen durchaus als Pionier der heimischen Wirtschaft aus.

Für seine besonders freundliche Bedienung und fachliche Beratung ist das Schuhhaus Mühlbacher in Lamprechtshausen und Oberndorf bekannt; gerade für Familien mit Kindern ein wichtiger Nahversorger zum Auswechseln der rasant schrumpfenden Fußbekleidung. Vorort ist Mühlbacher gemeinsam mit Trachten Weindl unverzichtbarer Ausstatter der Trachtenmusikkapelle. In Zeiten immer weiter um sich greifender Diskonter ist es beachtlich und erfreulich, diese persönliche und qualitätsvolle Versorgung noch in der Region zu wissen.

Dorfbeuern, die letzte Gemeinde unseres Streifzuges, ist durchaus dazu angetan, nach dem gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und baulichen Wechselbad zur Ruhe zu kommen. Zwar nahm der Verkehr in den vergangenen Jahren deutlich zu, lässt sich aber keineswegs mit der B 156 vergleichen. Großflächige Versiegelungen durch neue Gewerbegebiete haben noch nicht wirklich stattgefunden und wenn nun in Breitenlohe eine neue Wohnbauinitiative startet, dann kann das durchaus als Großereignis für diesen beschaulichen Flecken Erde angesehen werden. Nicht zuletzt steht auch das Benediktiner-Stift Michaelbeuern für Bewahrung und Stabilität.

Was liegt also näher, als im Sinne einer gastronomischen Klammer vom anfänglichen Mostbauern in Trimmelkam zum Abschluss in der Stiftskellnerei Michaelbeuern einzukehren. Unter dem neuen Pächter Martin Gröbner lebt die traditionelle Gastlichkeit dieses Hauses neu auf und weiter. Auf der Speisekarte findet man auch internationale Spezialitäten wie Pulpocarpaccio, aber vorwiegend doch eine gestandene und gediegene heimische Küche. Auch die beliebten musikalischen Einlagen des lokalen „Jazzdocs“ sind wieder am Programm. Ob beim Most im Westen oder hier beim guten Salzburger Augustiner Bier: In dieser vielseitigen Region findet sich jeder sein ganz persönliches Platzerl!

 
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