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Salzachbrücke

Madeira, Perle des Atlantiks

Madeira: ein echtes Juwel in der portugiesischen Krone! Diese bezaubernde Insel ist seit 1419 im Besitz Portugals und liegt mitten im Atlantik, 600 km von der afrikanischen Küste und 450 km nördlich von den Kanaren entfernt. Zusammen mit ihrer Nachbarinsel Porto Santo weist sie eine Fläche von nur 800 km2 auf, besitzt aber trotzdem eine erstaunliche Vielfalt an Vegetationszonen und Landschaften. Die Hälfte der 280.000 Einwohner wohnt im Süden in und um Funchal, der entzückenden Hauptstadt mit tropischen Gartenanlagen, urigen Altstadtgassen, unzähligen, kleinen Straßencafés, Restaurants und gepflegten, schattigen Plätzen.
Kein Wunder, dass die betuchten Briten im 19. Jahrhundert auf dieser Blumeninsel ganzjährig Erholung suchten! Ein Besuch bei der oberhalb der Stadt gelegenen tropischen Gartenanlage des Monte Palasts versetzt jeden Besucher in dieses Zeitalter zurück. Hier darf auch die 4 km Rückfahrt in einem berühmten, traditionellen Korbschlitten durch die engen Gässchen natürlich nicht fehlen.

Der Norden und die atemberaubende Natur
Um Madeira und ihre ganze Vielfalt richtig zu genießen, entdeckt man den Rest der Insel am besten per Mietauto, um Land und Leute kennen zu lernen. Zuerst waren wir in Porto da Cruz, einem verschlafenen Fischerdorf im Nordosten mit einem traumhaften Blick auf die Steilküste und die Brandung in der breiten Bucht. Der Standort ist ein guter Ausgangspunkt für eine Wanderung zur Ostspitze über die Halbinsel Sao Lourenco. Der Weg führt an interessanten Felsformationen vorbei und bietet atemberaubende Aussichten auf die Küste. Unterwegs kommt man am Naturstrand Prainha vorbei, der nach der Wanderung zum Baden einlädt.
Am nächsten Tag war eine Bergwanderung zum Pico Ruivo am Programm, dem höchsten Berg Madeiras (1.862 m). Der fast durchgehend gepflasterte Weg führt an Hängen mit blühendem Ginster entlang bis zum Gipfel, wo man ein wunderschönes 360° Panorama auf die Insel genießen kann. Hier oben liegt einem die Insel wirklich zu Füßen!
Unsere Reise ging dann weiter Richtung Nordwesten nach Sao Vicente, eine nette kleine Ortschaft mit einer Barockkirche. Von unserer Unterkunft am Land hatten wir einen imposanten Blick auf die Berge und die Küste. Von hier aus kann man die gewaltige Nordküste bis zur äußersten Spitze Porto Moniz bestaunen. Dieser Küstenabschnitt zeigt die Gewalt der Natur und man wird nach jeder Biegung mit dramatischen Kulissen belohnt. Aufgrund starker Brandung ist diese Küste nicht zum Baden geeignet, allerdings gibt es in Porto Moniz die Möglichkeit, in natürlichen Lavabecken zu schwimmen. Sie werden bei Flut vom Meer überflutet. Das ist ein wahres Erlebnis!

Die Levadas und der Westen
Jeder Besucher wird sehr bald mit dem Begriff „Levada“ konfrontiert. Gleich nach der Besiedlung im 15. Jahrhundert wurden Bewässerungskanäle angelegt, um den Anbau von Zuckerrohr und Wein im Landesinneren möglich zu machen. Es entstand ein Kanalsystem von 1.400 km Länge, und die Wege daneben sind zugleich ausgezeichnete Wanderwege, die ohne nennenswerte Steigung über die ganze Insel führen. Die „Levada Central“ ist eine der malerischsten Levada-Wanderungen und fängt bei Lamaceiros im Norden oberhalb der Ribeira da Janela, Madeiras längstem Fluss, an. Besonders beeindruckend sind die Aussichten auf die kultivierten Terrassen der Berghänge, die nicht umsonst mit den Terrassen Balis verglichen werden.
Unsere letzte Station war in einem kleinen Hotel in Faja da Ovelha im Westen, wo die Gäste an einem riesigen Tisch frühstücken und somit sofort Kontakte zu den anderen Gästen knüpfen können. Von der Terrasse konnte man das türkisblaue Wasser 500 m unterhalb der Küste in aller Ruhe betrachten – Natur pur und in vieler Hinsicht der Inbegriff von Madeira. Ein Highlight für uns war der atemberaubende Küstenweg von Achadas da Cruz hinunter zum Meer. Diese zweistündige Wanderung führt 450 Höhenmeter hinunter durch verschiedene Vegetationszonen und gibt einem das Gefühl, durch einen großangelegten, tropischen Garten zu wandern. Nachher am frühen Abend ließen wir den Tag an unserem Lieblingslokal auf den Klippen von Ponta do Pargo ausklingen. Schon beim zweiten Besuch wird man wie langjährige Freunde empfangen! Es gibt viele köstliche Spezialitäten auf Madeira und bei einer „Caldeirada da Peixe“ – einer Fischsuppe – bleibt der malerische Sonnenuntergang unvergessen.
Vor allem im Westen und im Südwesten gibt es viele kleine traditionelle Dörfer und Kleinstädte, deren Bewohner die Sitten und Bräuche noch pflegen. Die Menschen verstehen Feste zu feiern. Wir besuchten ein Musikfest in Ponta do Sol mit traditioneller Volksmusik und waren fasziniert von den Tänzern und Tänzerinnen mit ihren bunten Kostümen und den fröhlichen Sängern jeder Altersgruppe. Die Inselbewohner treten stets höflich, hilfsbereit und äußerst freundlich auf – ein Grund mehr, Madeira einen zweiten Besuch abzustatten!

Fotos: Kidman

REISETIPPS
Heutzutage präsentiert sich Madeira vielseitiger als je zuvor. Der Tourismus ist mittlerweile auf der ganzen Insel verteilt und sie ist zu einer beliebten Destination für Wanderer und Naturliebhaber geworden.

Es ist vorteilhaft, den Aufenthalt an zwei oder drei verschiedenen Orten aufzuteilen, im Idealfall im Norden und im Westen. Die Hotels und Frühstückspensionen sind durchaus akzeptabel, aber etwas teurer als in Österreich, und es würde sich lohnen, bei längeren Aufenthalten, ein Apartment oder Haus zu mieten.
Obwohl das Klima immer mild ist, gilt der Frühling als die beliebteste Reisezeit, hauptsächlich aufgrund der angenehmen Temperaturen und der Blütenpracht, die sich über die ganze Insel ausbreitet. Bis in den Herbst hinein ist das Wetter sehr stabil und im Süden im Winter überwiegend trocken und mild.
Madeira ist ein Teil der EU mit dem Euro als Währung und der Zeitunterschied beträgt nur eine Stunde. Es gibt einen bequemen Direktflug ab München (Flugzeit ca. 4,5 Stunden) in der Hauptsaison oder man wählt die Möglichkeit, über Lissabon zu fliegen, wo sich ein kurzer Aufenthalt auf dem portugiesischen Festland als Kombination anbietet.
Für diejenigen, die einen klassischen Badeurlaub bevorzugen, ist die Nachbarinsel Porto Santo empfehlenswert. Diese relativ flache und trockene Insel liegt nur eine zweistündige Bootsfahrt entfernt. Der 8 km goldene Sandstrand bietet eine interessante Abwechslung zur Hauptinsel und lässt den Urlaub entspannt ausklingen.

 
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