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Salzachbrücke

Sizilien

Sizilien, mit 25.460 Quadratkilometer die größte, und mit mehr als 5 Millionen Einwohnern auch die bevölkerungsreichste Insel im Mittelmeer, zu bereisen, ist schon rein geografisch eine Herausforderung. Der Weg dorthin ist mit gut 1.800 km Strecke doch recht weit, sodass man schon drei Wochen einplanen sollte, um dieses riesige Freilichtmuseum zu erkunden.
Die Anreise mit unserem Wohnmobil bewältigten wir mit zwei Zwischenstopps, u.a. in Kalabrien, im kleinen und sehr malerischen Küstenort Tropea. Mit der Fähre setzten wir von Villa San Giovanni in Kalabrien nach Messina über und nahmen die Autobahn Richtung Taormina, unserem ersten Ziel der Reise. Hier machten wir bereits Bekanntschaft mit der Beschaffenheit der Insel, die wir im Uhrzeigersinn umrunden wollten. Links das Meer mit viel Steilküste und rechts die Berge, also vorerst kein Strandaufenthalt.
Das touristisch stark vermarktete Taormina liegt malerisch am Berghang, mit seiner „Hauptstraße“ – gespickt mit kleinen Läden und Restaurants auch in den Nebengässchen – verzaubert es sicher jeden Besucher. Die Attraktion Taorminas ist das antike Theater, nach Syrakus das zweitgrößte auf Sizilien, erbaut durch die Römer. Will man nach dem Besuch Taorminas noch einen kleinen Nervenkitzel, so fährt man am besten mit dem Bus nach Castelmola. Die Straße schlängelt sich besorgniserregend steil und eng auf 550 m Seehöhe hoch, von wo aus man einen atemberaubenden Rundblick genießen kann.

Zum Krater des Ätna
Zweifellos ein Highlight bei einem Sizilien-Besuch ist eine Besteigung des 3.323 m hohen Ätna. Die Sizilianer nennen ihn auch „a muntagna“ – der Berg –, für sie ist der Vulkan nicht bösartig, sondern eher wie eine Mutter mit einem verzeihbaren launischen Charakter. Bereits am Ausgangspunkt, dem Parkplatz beim Rifugio Sapienza in 1.910 m Höhe, sind wir von den Kratern, Aschefeldern und dem Farbenspiel der Vegetation fasziniert. Am frühen Morgen um 9 Uhr startet die geführte Tour bei der Seilbahnstation. Bis auf 2.500 m geht‘s mit der Seilbahn, dann wechseln wir in geländegängige Kleinbusse, welche uns zum Ausgangspunkt des Fußmarsches, dem Torre del Filosofo auf 2.920 m bringen. Unmittelbar nach der Ankunft werden wir Zeuge einer Explosion im Nuovo Cratere di Sud-Est – der Tag fängt gut an…
Mit einem Rundgang um den Crateri Barbagallo, Ausbruch 2002 bis 2003, startet unsere Gipfeltour. Zuerst über noch immer warme Lavafelder, später über Aschefelder, geht es dem Gipfel entgegen. Einige der Touristen unterschätzen die Höhe und kämpfen mit der Luft. Um 12.45 Uhr erreichen wir den Kraterrand, wo uns durch den scharfen Schwefelgeruch das Atmen schwerfällt.
Die Felsen sind teilweise grünlich-gelb verfärbt, Dampf und Rauch steigt aus der Tiefe des Kraters auf und vor lauter Faszination vergessen wir fast, welch gewaltigen Rundblick wir von hier auf das Land unter dem Ätna haben.
Nach einer kurzen Pause (man muss aufpassen, wo man sich hinsetzt, die Steine sind teilweise extrem heiß) geht es entlang des Kraters auf die Südseite und über Aschefelder runter in Richtung Bergstation der Seilbahn. Ein beeindruckender Tag auf dem Ätna geht gegen 17 Uhr zu Ende.

Zum historischen Syrakus
Ein weiteres Highlight unserer Reise ist das historische Syrakus auf der kleinen Insel Ortigia. Mit zwei Brücken, der Ponte Umbertino und der Ponte Santa Lucia, ist die Insel mit dem Festland verbunden.
Beeindruckend das griechische Theater aus dem 3. Jh. v. Chr., mit in den Fels geschlagene Sitzreihen für 15.000 Zuseher. Der Markt in der Nähe des Hafens besticht durch buntes Treiben und seine Stände, an denen lautstark frisch gefangener Fisch, Gemüse, Gewürze, getrocknete Früchte und vielerlei mehr angeboten wird.
Natürlich darf auch eine Einkehr in einem der vielen kleinen Cafés und Restaurants mit ihren sizilianischen Spezialitäten nicht fehlen.

Prächtige Eindrücke in Palermo
Es geht weiter Richtung Westen und schließlich erreichen wir Palermo. Mit gemischten Gefühlen fahren wir in diese Stadt und werden mehr als nur überrascht. Von außen wie jede andere Großstadt, doch innerhalb der Stadtmauern bietet sich mit den vielen historischen Gebäuden ein völlig anderes Bild. Zwei Tage lang durchqueren wir Palermo zu Fuß in alle Richtungen und sind über die prächtigen Bauten erstaunt, allen voran das Teatro Massimo, eine der bedeutendsten italienischen Musikbühnen, den Rathausplatz, die Kathedrale, die Einkaufsstraßen Corso Vitt. Emanuele, Via Maqueda und Via Roma, die kleinen versteckten Märkte zwischen den Hauptstraßen haben uns total verzückt. Es ist einfach entspannend, in einem Straßencafé bei einem Espresso oder einem Cappuccino zu sitzen und dem Treiben zuzusehen. Und zum Mittagessen gibt es ein orientalisch angehauchtes Couscous mit einem Glas Vino Bianco della Casa.
Wir verlassen Palermo Richtung Osten und verbringen noch ein paar Tage auf einem Campingplatz in Oliveri, bevor wir voll beladen mit den erlebten Eindrücken die Heimreise antreten.
 
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