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Salzachbrücke

Das Wohnen fängt auf dem Boden an

Was nützen der schönste Anstrich, die tollste Chaiselongue, die coolste High-Tech Zone, wenn der Boden nicht passt? Doch Böden sind nicht nur eine Frage der Ästhetik und Harmonie. Vieles – mehr als man vielleicht vordergründig annimmt – geht vom Boden aus. Denken wir an das sinnliche Erleben. Kinder machen auf dem Boden ihre ersten Krabbel-Entdeckungen, auf dem Boden beginnt der Mensch die Welt zu erobern. Kinder spielen gerne auf dem Boden, manch „Größere“ lesen, chatten und skypen mit Vorliebe auf einem appetitlich-einladenden Boden, einem kuscheligen Teppich.
Und: Böden beeinflussen das Raumklima ganz maßgeblich.

Materialien und Raumklima
Das bedeutet, dass dem Boden die entsprechende Aufmerksamkeit zukommen sollte. Damit das Raumklima günstig beeinflusst wird, heißt es, auf den Einsatz der Materialien zu achten. Seit Jahren schon werden Naturmaterialien bewusst in den Focus gestellt. Sowohl der Boden selbst, ob Holz, Kork, Linoleum und diverse Naturfaserqualitäten als auch Klebe- und Verbindungsmittel können frei von Toxinen oder zweifelhaften chemischen Substanzen ausgewählt werden.
Die Wahl des geeigneten Bodens ist vor allem für Allergiker ein bedeutsames Thema – was eine eigene Story zu einem späteren Zeitpunkt wert ist.
„Auf Natur stehen“ – so lautet für viele die Devise. Und Fußbodenheizung? Keine Sorge, die meisten Naturböden sind dafür geeignet.

Heimische Hölzer liegen im Trend
Holzböden machen den Großteil der angebotenen Naturböden aus. Kein Wunder, sie haben bei uns Tradition und vereinen alle Vorteile, die Hölzer in sich vereinen, und zwar in breiter Vielfalt – ökologisch, nachhaltig, intelligent. Wärmeleitfähigkeit, Wärmedämmung, Wärmespeicherkapazität, Wärmeschutz zählen zu den wichtigen Holzeigenschaften, die uns im Winter wie auch an heißen Tagen dienlich sind und den Lebensraum wohnlich machen.

Unterschiedliche Eigenschaften
Im waldreichen Mitteleuropa braucht man nicht in die Ferne zu schweifen, um Holz zu beschaffen. Wer seiner Wohnung unbedingt einen „Tropen-Touch“ verleihen möchte, kann zu entsprechend eingefärbten heimischen Hölzern greifen, um Regenwald zu schonen und weite Transportwege zu vermeiden, kurz: um den „biologischen Fußabdruck“ des eigenen Verhaltens nicht unnötig zu vergrößern.
Die Holz-Auswahl ist auch ohne Tropen umfassend: vom weißen Ahornholz über rötliche Buche und Kirsche bis zu mittleren und dunklen Brauntönen von Eiche und Nuss. Besonders beliebt für Parkettböden sind Eiche, Buche und Ahorn; auch Birke, Kirsch- und Nussbaum eignen sich. Massivholzböden überdauern Generationen. Zur „Creme de la Creme“ der Holzböden zählen Zirbenböden – das Holz der Zirbe mit seinem besonders heimeligen Duft wirkt sich nachweislich günstig auf Herz und Kreislauf aus.

Substanz mit Qualität und Charakter
Jedes Holz hat seine Charakteristik, seine spezielle Maserung, Tönung und auch seine Haptik, insgesamt „von der Natur designt“.
Für natürlich behandelte Holzböden gelten Stichwörter wie: pflegeleicht, unempfindlich, strapazierfähig und einzigartig. Mit unbedenklichem Naturöl eingelassen, bleiben die Poren des Holzes offen, es wirkt warm, ist antiallergisch und antistatisch.
Ganz allgemein fallen aparte Oberflächenstrukturen auf: Rustikal gebürstet, wellig geriffelte Oberflächen, die zum Barfußgehen einladen, unebene Dielen mit sichtbaren Verwitterungen und Verwerfungen, Wasserflecken, Trocknungsrissen – wenn Patina erwünscht ist, lässt sich besonders klar erkennen, dass Holz ein lebendes Produkt ist und „kreative Fehler“ der Natur zu Design-Highlights werden können.

Im Bad und sogar in der Duschtasse
Durch entsprechend sanfte Trocknungsverfahren werden die Hölzer schon im Vorfeld der Produktion an das künftige Raumklima gewöhnt, sodass es sich dann im verlegten Zustand „ruhiger“ verhält und weniger „arbeitet“.
Ein echter Blickfang: Wellig geschliffene Böden für Nassräume – Thermobehandlung und Gummiarmierung macht Parkett sogar für die Duschtasse tauglich.

Kork: „Gesundheitsböden“
Auch das kann nur die Natur: Korkböden verfügen über natürliche Dämmeigenschaften und helfen Heizungskosten sparen, sie sind strapazierfähig, fühlen sich stets warm an (kein Kälteschreck, wenn man aus dem warmen Bett steigt) und sorgen auch ohne Teppich für warme Füße. Korkböden sind elastisch, schritt- und schalldämpfend und gelenkeschonend, was diesen Naturböden den Beinamen „Gesundheitsböden“ beschert.
Korkböden sind wasserabweisend, sie nehmen keinen Staub auf, Milben fühlen sich gar nicht wohl, Allergiker können aufatmen. Korkböden sind antistatisch und robust. Sie gelten als die idealen Schlaf- und Kinderzimmerböden. Sofern sie – wichtig! – ohne Formaldehydharze hergestellt wurden, sind Korkböden ökologisch einwandfrei, also Böden fürs gute Gewissen.

Wieder entdeckt: Linoleum
Ein aufs Neue entdeckte Produkt ist das Linoleum, das schon vor mehr als 150 Jahren erfunden wurde und eben dabei ist, seinen „Uroma-Touch“ abzulegen und auch für jüngere Konsumenten interessant zu werden.
Der Aufbau von Linoleum kann auch Naturbewusste überzeugen: Juterücken als Trägermaterial, Kork- und Holzmehl und obendrein Leinöl werden mit Naturharzen verbunden und die Oberfläche kann mit Naturharzen zusätzlich versiegelt werden – eine Kombination, die eine ganze Palette von Vorteilen in sich trägt, von Dämmung bis zur Dämpfung.
Durch den natürlichen Leinölanteil ist Linoleum antistatisch, leicht fungizid und hemmt das Bakterienwachstum. Somit hält es auch erhöhten Hygieneanforderungen stand. Große Farb- und Dessin-Auswahl machen das Linoleum von heute jung und trendy.

Naturfasern gleichen aus
Ein eigener Bereich bezieht sich auf Naturfasern, allen voran Schafwolle, die ebenfalls eine ganze Reihe wohnlicher Eigenschaften von Natur aus in sich hat: sie wärmt, sie nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie bei trockener Luft wieder ab. Das könnte man „raumklimaaktiv“ nennen, ob man nun einen Schafwollteppich oder eine ganzräumige Spannteppich-Auslegeware aus Schafwolle verlegt hat. Etwas tiefer ins Portemonnaie greift, wer sich für einen feinen Ziegenhaarteppich entscheidet. Mit Teppichen in reiner Seide kann man höchste Dimensionen erreichen, in jeder Hinsicht – bis hin zur Geldanlage.

Nachwachsend: Sisal, Kokos, Mais, Bambus
Teppiche, Teppichfliesen und Spannteppiche aus nachwachsenden Rohstoffen zu fertigen, schlägt sich in ganzen Produktserien nieder.
Sisalfasern entstammen den Blättern der Sisalagave, die in subtropischen Ländern kultiviert wurde. Diese Fasern sind so zugfest, dass sie für Taue und Seile verarbeitet werden – und für robuste Teppiche, die etwas aushalten sollen. Die Sisalfaser ist eine der wichtigsten Naturfasern weltweit. Interessant: Verbundwerkstoffe aus Sisal und Zement sind in Erprobung für den Einsatz in Fertigbauteilen.
Kokosfasern werden aus der Kernumhüllung unreifer Früchte gewonnen. Sie sind dehnbar und langlebig und unempfindlich gegen Pilz- und Bakterienbefall. Und noch etwas: Kokosfasern sind isolierend, schallschluckend, antistatisch und schwer entzündlich – eine ganze Reihe von Argumenten für hochwertige Kokosteppiche.
Maisfasern zählen nicht nur zu den natürlichen Füllmaterialien für Bettdecken und Kissen mit einer Wärmerückhaltung, die mit jener von Tierhaaren konkurrieren kann, sondern werden auch für Teppiche und Teppichböden verarbeitet: Schwer entflammbar, bei Bakterien unbeliebt und ohne Neigung, Fremdgerüche aufzunehmen.
Bambusfasern eignen sich für natürliche Matten und Teppiche, teils meliert, teils mit eingewebten Mustern. In Kombination mit Seide entstehen edle Stücke feinster Art.
Recyclefasern sind zwar nicht von ihrem Ursprung her ökologisch „astrein“, aber wiederverwertend und somit nachhaltig: Teppiche aus Fasern recyclierter PET-Flaschen.
Es gibt viele Varianten, neuen Boden zu betreten – auch mit dem exquisiten Randthema der absolut nicht-veganen Lederböden für solche, die sich nicht daran stören, auf Häuten toter Tiere zu leben.

„Bodenbewusstsein“ macht Sinn
Den Boden ins Auge zu fassen, sich Gedanken über den Ursprung seiner Materialien zu machen, macht Sinn.
Welche Ansprüche hat er zu erfüllen? Wie strapazierfähig muss er sein? Welche Eigenschaften erwartet man vom Boden und wozu soll er passen? Zur Bauernstube oder zum Kinderzimmer, in die Ruhesphäre des Schlafraumes oder ins spacige Jugendzimmer, in die cleane Küche oder ins private Spa? Denn Fußböden sind weit mehr als eine begehbare Unterlage.
 
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