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Salzachbrücke

Austrian Borderline Eine Reise durch Österreich entlang der grenznahesten Straßen

Natürlich hat es wenig Sinn, die ganze Runde in kurzer Zeit durchzufahren, schließlich gibt es einiges zu entdecken, von dem man nicht zu träumen wagte. Wir haben uns deshalb das Vorhaben in vier Etappen aufgeteilt. Die ersten beiden durch den Norden entlang der tschechischen Grenze und den Westen Österreichs haben wir in vergangenen Ausgaben bereits beschrieben. Diesmal geht es in der dritten Etappe durch den Süden Österreichs von Osttirol entlang des Karnischen Hauptkammes nach Kärnten, entlang der Karawanken bis zur Remschnigg-Alm bei Leutschach an der slowenischen Grenze in der Südsteiermark.
Die Anreise über den Felbertauern nach Lienz und weiter Richtung Sillian führt über die Karnische Dolomitenstraße in die verträumten Dörfer des Gail- und Lesachtales. In Kartitsch und Obertilliach fühlt man sich inmitten historischer Holzhäuser in die Zeit unserer Großeltern zurückversetzt. Der Ortskern von Obertilliach steht unter Denkmalschutz. Im Winter bietet sich hier das Golzentipp-Skigebiet für Familien an. Der namengebende Gipfel des überschaubaren Skigebietes ist im Sommer als Tageswanderung (Rundtour ab Obertilliach) ein lohnendes Ziel. Am Parkplatz des Jägerwirtes, bei dem wir zu Abend essen, dürfen wir in unserem Camper übernachten. So müssen wir auch nicht auf eine Promillegrenze achten und lassen uns vom Wirt seine Eigenkreationen an alkoholischen Getränken kredenzen. Der hausgemachte Jagatee mit eingelegten Kräutern schlägt alles bisher bekannte in dieser Richtung um Längen, der darauf servierte „Wilderer“ hat es dann echt in sich und lässt sich bereits entzünden. Als uns der Wirt noch seinen „Mediziner“ aufdrängen möchte, lehnen wir dankend ab, sonst hätten wir am nächsten Tag sicher nicht mehr weiterfahren können...
Die weitere Strecke über den Kartitscher Sattel bis ins Lesachtal, das sich erst bei Kötschach Mauthen öffnet, führt zwischen ca. 2.400 Meter hohen Bergen immer ein paar Kilometer von der Grenze entfernt entlang. Die rund zwanzig markanten Seitentäler, die alle von Nord nach Süd ausgerichtet sind, verhindern eine grenznähere Reise.
Wir verlassen diese beeindruckenden Täler zwischen Lienzer Dolomiten und Karnischen Alpen und fahren entlang der Gail bis Hermagor mit dem nahegelegenen Pressegger See. Der kleine See mit seinen fast unverbauten Ufern verfügt über Bade- und Campingplatz und liegt inmitten wunderschöner Bergwelt, ebenso wie der Faaker See, unserem nächsten Zwischenziel. Ab hier wechseln unsere Landesnachbarn von italienisch auf slowenisch.
Der von mehreren Campingplätzen und zahlreichen Hotels umgebene See war schön öfter Zwischenaufenthalt bei unseren Fahrten in den Süden. Ohne eine Einkehr beim Kärntner Gasthof Tschebull in Egg kommen wir hier nicht weg. Die handgekrendelten Kärntner Kasnudeln mit Butter und Parmesan sind ein Gedicht!
Bevor wir möglichst grenznah Richtung Osten weiterfahren, machen wir noch einen Ausflug auf die Villacher Alpe. Die Mautstraße führt hinauf bis auf die Rosstratte, von dort führt ein einfacher Gehweg bis auf den Gipfel des Dobratsch mit unglaublichem Rundblick auf die umliegende Bergwelt der Karawanken und Julischen Alpen im Süden und dem Alpenhauptkamm im Norden.
Den Aufstieg auf den markanten Mittagskogel am Faakersee haben wir wieder nicht geschafft. Der dort auf der Nordseite liegende Schnee verhindert eine gefahrlose Besteigung. So fahren wir weiter entlang der Drau bis Ferlach, wo wir auf einem Stellplatz am Loiblbach übernachten. Ferlach, bekannt durch die dort angesiedelte Metall- und Waffenindustrie, ist Ausgangspunkt für die Wanderung in die berühmte Tscheppaschlucht neben der Loiblpassstraße.
Die Weiterfahrt entlang der Grenze führt nun den Karawanken entlang durch zunehmend zweisprachiges Gebiet. Die meisten Gäste bei unserem nächsten Stop in Zell-Pfarre (Sele-Cerkev) inklusive dem Wirt sprechen slowenisch. Das herrliche Wetter und die urtümliche Landschaft lässt uns einen Wandertag einlegen. Die 1000 Höhenmeter zum 1923 m hohen Freiberg – Nachbar des Hochobir – bewältigen wir in knapp drei Stunden, die oberen 300 Höhenmeter stapfen wir zu unserer Überraschung in knietiefem Schnee. Auch hier bietet sich ein überwältigender Rundblick auf die imposanten Gipfel der Koschutta, im Norden liegt Klagenfurt im Blickfeld.

Übernachtung am Ende der Welt
Über den Schaidasattel geht es am späten Nachmittag in die einsame Trögerner Klamm auf einer schmalen einspurigen Straße bis hin zum Talschluss. Trotz des schönen Wetters und der beeindruckenden Schluchtlandschaft kommt uns hier kein einziges Auto entgegen. Am Ende der Klamm stehen wir vor einem Warnschild, das auf Bären hinweist, es hindert uns aber nicht daran, hier am rauschenden Bach zu essen und zu übernachten.
Bären bekamen wir leider nicht zu sehen, dafür aber bleibende Eindrücke bei der Weiterreise. Über Eisenkappel, Bleiburg und Soboth geht es endlich in die Steiermark. Die restlichen Tage an der Südsteirischen Weinstraße rund um Leutschach genießen wir im Sabathihof in Glanz. Von hier bieten sich herrliche Wandermöglichkeiten entlang der slowenischen Grenze über die Remschnigg-Alm oder durch die Rebenland-Weinstraße mit Einkehr bei etlichen Winzerhöfen an. Unser Quartier mit großzügigen Zimmern liegt auf einem Hügel zwischen Weinbergen und verwöhnt uns mit Wellnessbereich, einer weithin bekannt guten Küche und köstlichen Weinen. Entspannt geht es schließlich nach einer Woche Reise entlang der südlichsten Straßen Österreichs wieder zurück nach Salzburg, schnell und bequem über die Autobahn bis Liezen und durch das Salzkammergut nach Hause.
Die letzte Etappe unserer Austrian Borderline-Tour wird uns noch durch den Osten Österreichs ins Land der Burgen führen. Wir werden wieder für Sie berichten!
 
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