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Salzachbrücke

Künstliche Intelligenz bereits am Durchbruch

Der Begriff „Künstliche Intelligenz“ (KI) steht für Computersysteme, die menschliche Intelligenz nachahmen. Diese Simulatoren lernen aufgrund von vorgegebenen oder erlernten Mustern. KI wird bisher eher eingesetzt, gewisse „Spezialisten-Probleme“ zu lösen oder bei der Lösung solcher Probleme zu helfen und trifft Entscheidungen anhand von Wahrscheinlichkeiten. Es gibt auch humanoide Entwicklungen von Maschinen, wie der bekannte Fall „Sophia“, die von „Hanson Robotics“ vor Kurzem in Saudia-Arabien vorgestellt und dort „eingebürgert“ wurde. In der KI-Forschung kommen verschiedene Disziplinen zum Tragen: Kybernetik, Informatik, Linguistik, Neurophysiologie und Psychologie, Elektronik, Elektrotechnik und Philosophie. Als bekannter historischer Meilenstein in der KI-Entwicklung gilt IBM‘s Schachcomputer „Deep Blue“, der den damaligen Schachweltmeister Garri Kasparow besiegte.

Der Turing-Test (von Mathematiker Alan Turing)
Der sogenannte Turing-Test aus dem Jahr 1950 wird eingesetzt, um festzustellen, ob eine Maschine das Denkvermögen eines Menschen hat. Die Versuchsperson spricht dabei mit der Maschine. Wenn der Mensch in der Kommunikation mit der Maschine keinen Unterschied mehr zur Mensch-zu-Mensch Kommunikation erkennt, dann hat die Maschine den Versuch bestanden. In den letzten drei bis vier Jahren gab es einige Versuchsanordnungen, die zumindest teilweise als bestandene Turing-Tests gelten.

Aktuelle Einsatzgebiete und Meilensteine
Wenn man die KI-Entwicklungen im vergangenen Jahr betrachtet, zeigt sich, dass es merkliche Fortschritte in der Entwicklung gab, auch weil die Computer immer leistungsfähiger werden und eigene Prozessoren für KI entwickelt wurden.

Hier einige Beispiele aus der Kriminalistik, der Medizin, dem Recht usw.:
Im Jänner 2017 schlug die künstliche Intelligenz „Libratus“ vier der besten Pokerspieler der Welt.
Bei einem KI-Experiment im Sommer 2017 entschieden sich zwei Maschinen, nicht mehr in Englisch, sondern in einer selbst entwickelten optimierten Geheimsprache zu kommunizieren, die von den beteiligten Forschern nicht mehr verstanden wurde. Die Maschinen wurden daraufhin aus Sicherheitsgründen abgeschaltet.
Im Juli 2017 wurde auf der Universität von Chicago eine KI vorgestellt, die Buch-Rezensionen derart gut erstellt, dass deren Unterschied zu menschlichen Rezensionen nicht mehr erkennbar ist.
Die Zeitung „Washington Post“ lässt übrigens inzwischen Artikel von KI schreiben, die auch veröffentlicht werden. Mittels Porträtfotos erkennt eine KI zu über 80 %, welche sexuelle Ausrichtung Menschen haben.
Seit Ende 2017 kann die Gesundheits-App „Babylon Health“ mit Hilfe eines Sprachsystems Patientendiagnosen erstellen, die laut Hersteller etwa zehnmal treffsicherer sind, als die Diagnose eines Hausarztes.
Die Arbeit von Juristen besteht in vielen Fällen in der Analyse von Akten und Präzedenzfällen, um daraus Argumente zu entwickeln. Derartige Arbeit kann mittlerweile von KIs übernommen werden.
Forscher einer Universität in den USA haben eine KI entwickelt, die mit 92 prozentiger Wahrscheinlichkeit an der Stimme und dem Gesichtsausdruck eines Menschen erkennen kann, ob dieser lügt.
Diese und noch viel mehr Beispiele zeigen, wie rasant die Entwicklung der künstlichen Intelligenz bereits voranschreitet. Künstliche Intelligenz entwickelt inzwischen auch künstliche Intelligenz selbstständig weiter.

KI in der Zukunft
„In naher Zukunft werden wir kleine Maschinen haben, deren Fähigkeiten denen eines menschlichen Gehirns entsprechen.“, behauptet Jürgen Schmidhuber, wissenschaftlicher Direktor des Schweizer Künstliche-Intelligenz-Instituts IDSIA.
Bereits 1965 machte Herbert Simon eine ähnliche Aussage. Der Science-Fiktion Romanautor Isaac Newton erfand 20 Jahre davor bereits „Robotergesetze“, die heute ernst zu nehmen sind.
Bei den derzeitigen Entwicklungen scheinen diese Voraussagen immer greifbarer. Eine hohe Kombinatorik scheint nicht nur durch die Verfügbarkeit der Datenmengen im Internet möglich. Zu fürchten ist jedenfalls die Kriegführung mit Maschinen.

Für Entwickler
Seit der Freigabe von TensorFlow als Open-Source-Software gewinnt das KI-Framework von Google immer mehr Zulauf. Es lohnt sich ein Blick auf Tensor Flow (https://www.tensorflow.org/) mit z.B. Keras (https://keras.io).
 
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