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Salzachbrücke

Honig erobert die Welt

Schon im Alten Ägypten wurde geimkert. Honig galt als mythisches, göttliches Thema, wie dank Hieroglyphen mit den Symbolen für Biene, Honigtopf und Imker bis heute überliefert ist. Am Nil wurde Honig als vielseitiges Heilmittel, zur Wundversorgung (bis hin zum Schädelbasisbruch, wie aus Schriften hervorgeht) und auch zum Süßen von Speisen verwendet – natürlich nur von jenen, die sich dieses cremig-flüssige „Gold“ leisten konnten. Das Super-Geheimnis: Die antibiotische und konservierende Wirkung von Honig.

Opfergabe und Balsamierung
In Ägypten fiel dem Honig eine bedeutende Rolle als Opfergabe für Gottheiten sowie dank seiner konservierenden Eigenschaften auch bei Balsamierungsritualen zu. Zahlreiche Aufzeichnungen belegen dies und unter Grabbeigaben wurde auch Honig identifiziert – nach über 3000 Jahren. Ein wahrhaft langlebiges Naturprodukt!

Langlebiger Honig beschert ein langes Leben?
Von vielen Naturvölkern als Göttergeschenk betrachtet, ist Honig in unseren Breiten schon seit der Jungsteinzeit nachgewiesen. Honig-Fans schwören seit jeher auf die heilende und präventive Kraft dieses faszinierenden Goldes, das je nach Bedarf ergänzt wird durch weitere Bienenprodukte wie Pollen, Gelee Royal, dem Futtersaft der Königin (dem sie ihre Entwicklung, Größe und Fruchtbarkeit verdankt) sowie Propolis, das Bienenharz mit antibiotischer, antiviraler und antimykotischer Wirkung.
Im Rahmen der Apitherapie, der medizinischen Verwendung von Bienenprodukten, wird außerdem Bienengift zur Behandlung von Gelenksentzündungen sowie Multipler Sklerose eingesetzt, wobei in diesen Fällen die therapeutische Wirksamkeit des „Apitoxins“ nicht bewiesen ist. Neuerdings ist Bienengift als Alternative zu faltenglättendem Botox im Gespräch, da es die Kollagenbildung unterstützen soll.

Genmais – Genhonig?
Honig-Bewusste wollen wissen, woher der Honig kommt, von unberührten Almwiesen, wo Blüten und Kräuter in Vielfalt vorhanden sind, aus Obstgärten, aus dem Wald. Viele lehnen Honig aus Gegenden mit Monokulturen und High-Tech-Landwirtschaft ab, wo endlose Maisfelder sich ausdehnen. Oder Honig aus Gegenden, wo gentechnisch manipulierte Pflanzen gedeihen dürfen, etwa in Nord- und Südamerika, Australien, Indien, China oder auch in Spanien.
Interessant und vielleicht auch überraschend ist, dass Stadtbienen in Parks und Gärten der Peripherie häufig mehr Vielfalt vorfinden als in rein landwirtschaftlichen Regionen. Schädliche Partikel im „Stadt-Honig“ lassen sich angeblich leicht rausfiltern und Pestizide sind in der Stadt nicht oder zumindest weniger vorhanden als auf dem Land.

Manuka-Honig aus Neuseeland
Nicht von zugefütterten „Turbo“-Bienen, sondern von Tierchen aus entlegenen Gebirgsgegenden Neuseelands kommt der Manuka-Honig. Er ist gentechnikfrei und frei von Aromen und Konservierungsstoffen. Die Pollen stammen von den Blüten des Manukastrauchs, einer mit dem australischen Teebaum verwandten Pflanze.
Wozu in die Ferne schweifen?, könnte man fragen. Die Antwort liegt in der Besonderheit dieses Bienenproduktes, dessen spezielle Power mittlerweile wissenschaftlich erwiesen ist. Der herausragende, natürliche Wirkstoff heißt Methylglyoxal, kurz MGO und wird in mg/kg Honig angegeben. Ab 100 mg/kg ist eine signifikant antibakterielle Aktivität nachweisbar.

Wirkstoff Methylglyoxal, kurz MGO
Reiner Manuka-Honig enthält, je nach Manuka-Sorte, Erntezeit, Standort und anderen Faktoren, die ein Naturprodukt beeinflussen, zwischen 20 und 800 MGO.
Die Anwendungsmöglichkeiten des Manuka-Honigs sind vielfältig: innerlich zur Steigerung der Abwehrkräfte, etwa bei Erkältungen, zur Unterstützung der Magen- und Verdauungsfunktionen und äußerlich zur Pflege der Haut und Behandlung von Wunden.
Inzwischen sind diverse Manuka-Produkte auf dem Markt, darunter Mischungen mit anderen Honigen, Kombinationen mit Gelee Royal, Lutschbonbons, auch beigemixt in Zahncreme und diversen Pflegecremen.

Honig: An Kühe verfüttert
Dem Manuka-Strauch werden in seiner Gesamtheit heilende Kräfte nachgesagt. Neuseelands Ureinwohner verwendeten von alters her auch Manuka-Blätter und -Rinden zur Desinfektion, Wundheilung und gegen Entzündungen.
Es wird berichtet, in den 1930er Jahren wären neuseeländische Rinderbauern auf Manuka-Honig aufmerksam geworden. In Zeiten geringer Wertschätzung von Naturprodukten verfütterten sie „wertlosen“ Manuka-Honig an ihre Kühe. Und siehe da, die Kühe strotzten vor Gesundheit!

Renaissance von Naturprodukten
Inzwischen ist Manuka-Honig kein Geheimtipp mehr. Mit der allmählich einsetzenden Renaissance ehemals als „altmodisch“ abgetaner Naturprodukte wurde Manuka-Honig dem strengen Auge unabhängiger internationaler Laborstudien unterworfen. Soeben erobert Manuka-Honig die Welt. Je intensiver er verbreitet wird, desto genauer soll man auf seine Qualität und MGO-Werte achten. Denn Manuka-Honig kann sehr unterschiedlich ausfallen.
Für den täglichen „Normalgebrauch“ reicht unser regional gewonnener Honig, das vertraute Produkt heimischer Bienen; unsere Bienen werden nicht arbeitslos – eher besorgt uns ihre schwindende Zahl.
Will man sich allerdings gezielt einen erhöhten MGO-Schub verpassen, steht die Manuka-Palette bereit.
 
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